Vom Zeichnen zum professionellen Illustrieren ...

Vom Zeichnen zum professionellen Illustrieren, oder „Viele Wege führen nach Rom“ … 1. Blogbeitrag Mai 2020

In meinem ersten Blogbeitrag möchte ich euch über meinen Weg zum professionellen Illustrieren erzählen und euch zeigen, dass viele Wege dort hinführen, wo das eigene Herz schlägt. Man muss seinen Weg nicht von Anfang an kennen, aber es ist wichtig irgendwann auf sein Herz zu hören und etwas zu riskieren!

Alles begann schon als kleines Kind. Ich habe immer gerne gezeichnet und liebte es bunte Bilder zu malen. Kinderbuchillustrationen haben mich schon von klein auf fasziniert. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich als Kind regelrecht in den Details von Bildern aus Kinderbüchern versank. Ich nahm dabei die bunten Bilder immer wieder unter die Lupe und hoffte etwas Neues, ein winzig kleines Detail das ich vorher noch nicht gesehen hatte, entdecken zu können. Diese Bilder entfachten meine Fantasie und Kreativität und das bis heute. Der Weg führte mich jedoch zuerst weg vom Zeichnen hin zur Malerei. Ich liebte es mit Acrylfarben meine Gefühle auf Leinwand auszudrücken und merkte sehr rasch, dass mich malen entspannt und gleichzeitig auch mit mir selber verbindet. Nach meiner Ausbildung zur Elementarpädagogin (ehemals Kindergartenpädagogin) begann ich Psychologie zu studieren. Während des ersten Studienabschnittes malte ich sehr viel. Meine erste Ausstellung zu einem Gedichtband entstand. Der Wunsch in mir einer kreativen Tätigkeit nachzugehen wurde in der Zeit des Studiums immer größer. Jetzt wusste ich, was mich wirklich begeistert, ich wollte Kunst studieren. Das Psychologiestudium entsprach nicht mehr meinen Vorstellungen. Der Grund, warum ich Psychologie studierte war, dass ich eigentlich mit Menschen arbeiten wollte und plötzlich brütete ich über Zahlen und wissenschaftlichen Fakten. Ich beschloss also den ersten Studienabschnitt zu beenden und nicht mehr weiter zu studieren. Ich versuchte die Aufnahmeprüfung auf der Kunstuniversität. Dafür belegte ich einen Kurs auf der Volkshochschule um mich im Zeichnen zu üben und eine ordentliche Portfoliomappe zur Hand zu haben. Die Aufnahme klappte jedoch knapp nicht. Ich wurde aber zur außerordentlichen Hörerin zugelassen und konnte so an Lehrveranstaltungen teilnehmen. In dieser Zeit lernte ich sehr viel über Perspektiven und Schatten.  Als Alternative überlegte ich mir Grafik-und Kommunikationsdesign zu studieren und siehe da, ich wurde aufgenommen. Dies war ein großes Glück, denn in dieser Zeit übte ich mich in den wichtigsten Programmen für Kreative – Adobe Photoshop, Adobe Illustrator und Adobe Indesign. Ich hatte gelernt, wie man eine Skizze auf Papier am Ende als Datei am Computer professionell bearbeitet und natürlich bekam ich immer mehr Übung im Illustrieren. Das Zusammenspiel und die Wirkung von Farben und  die Wichtigkeit von  Genauigkeit und Geduld, waren ebenso Teil meines Lernprozesses! Jedoch der kreative Weg sollte auch an diesem Zeitpunkt meines Lebens noch nicht gekommen sein. Ich arbeitete wieder mit Kindern. Nebenbei machte ich die Ausbildung zur Mal- und Gestaltungstherapeutin. Die Verbindung von Kreativität mit der Psyche des Menschen hatte mich ja bereits schon während des Studiums der Psychologie beeindruckt. Nach Abschluss begleitete ich viele Kinder bei der Entfaltung ihrer Kreativität und unterstützte sie im Übergang vom Kindergarten zu Schule, um in dieser Phase in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt zu sein. Ich durfte Begleiter vieler wichtiger Entwicklungsprozesse sein :-)! Die Illustration ließ mich jedoch weiterhin nicht los. Ich ging ein Jahr lang in Bildungskarenz und absolvierte das Fernstudium „Kinder- und Jugendbuchautorin“. Dort habe ich sehr viel über den Aufbau von Kinderbüchern gelernt, was man beim Schreiben beachten muss und was bei Illustrationen für Kinder wichtig ist. Dann stolperte ich auch noch über Johanna Fritz und ihren Kurs „Erfolgreich Illustrator werden“ (diesen Kurs gibt es leider nicht mehr). Ich dachte ich sehe nicht richtig, man konnte also als Illustratorin seinen Lebensunterhalt verdienen? Ich kann mich noch genau erinnern, wie mein Herz höher schlug :-)! Ich hatte endlich das gefunden, wonach ich immer gesucht hatte! Anhand ihres Kurses lernte ich das Handwerkszeug der digitalen Illustration, das illustrieren mit Photoshop. Ich verließ meinen sicheren Hafen als Pädagogin und machte mich selbständig. In Österreich muss man als Illustratorin, wenn man digital illustriert, eine Werbeagentur gründen. Ich schrieb also einen Businessplan und arbeitete daran in das Unternehmensgründungsprogramm des AMS aufgenommen zu werden, um finanziell abgesichert zu sein, mit Erfolg! Ich hatte Zeit mir in Ruhe mein Unternehmen aufzubauen und sicher in der digitalen Illustration zu werden. Üben, üben und nochmals üben war hier die Devise. Viele Stunden des Beobachtens und Zeichnens im Skizzenbuch und auf dem Grafiktablet wurden in meinen Traum investiert. Jetzt ist er Wirklichkeit geworden …

Es ist einfach wunderbar, wenn man das gefunden hat, was einen wirklich erfüllt. Ich kann nur jedem raten, wirklich danach zu streben das zu tun was man liebt, auch wenn dieser Weg sehr holprig erscheinen mag. Am Ende weiß man, dass diese Holpersteine Teile eines Mosaiks sind, die sich am Ende zusammenfügen. Dieses Ende ist aber erst der Anfang von etwas ganz Wunderbaren …